Arduino – Treiber installieren und erstes Projekt

Heute werden wir uns damit beschäftigen, wie der Arduino in Betrieb genommen wird. Dazu brauchen wir die entsprechenden Treiber und die Arduino Entwicklungsumgebung. Außerdem werden wir einen ersten Sketch schreiben, um eine LED zum blinken zu bringen – Ein HelloWorld für Microcontroller.

Am Ende des Artikels befindet sich eine Galerie mit Screenshots zu jedem Schritt.

Treiber Installieren und IDE vorbereiten

Als erstes müssen Treiber und IDE von der Arduino-Webseite heruntergeladen werden. Auf der Seite Download wird einfach das neuste Release für das entsprechende System heruntergeladen (hier: Windows). Wir erhalten eine ZIP-Datei, die die IDE und die Treiber enthält. Diese können überall hin entpackt werden, das Programm ist portabel.
Schließt man den Arduino nun das erste mal mittels USB-Kabel an den PC an, wird Windows versuchen einen Treiber dafür zu installieren – und scheitern. Der spezielle Treiber ist nicht in Windows vorhanden und auch nicht im Update-Kanal, daher muss er manuell installiert werden.

Gerätemanager Öffnen

Der Geräte-Manager kann über das Startmenü geöffnet werden, oder über die Systemeigenschaften (WINDOWS + PAUSE)

Dazu Öffnen wir den Gerätemanager (Start->Geräte-Manager). Unter „Andere Geräte“ sollte ein „Unbekanntes Gerät“ in der Liste stehen – der Arduino. Sind mehrere unbekannte Geräte in der Liste, kann man den Arduino einfach an der Vendor-ID identifizieren (Eigenschaften -> Details -> Eigenschaft: Hardware-IDs): Hier sollte USB\VID_2341[…] stehen. Über einen Rechtsklick auf das Gerät und dem Menüpunkt Treiber aktualisieren öffnet sich der Treiber-Manager von Windows.

Hier wählt man die Methode „Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen„. Auf dem nächsten Bildschirm kann nun entweder direkt der Unterordner drivers im IDE-Ordner angegeben werden, Windows sollte den passenden Treiber anhand der Product ID finden; Diese steht wie die Vendor-ID auch in den Hardware-ID Eigenschaften des Geräts. Diese Methode sollte für die meisten Arduinos problemlos funktionieren. Der Arduino Mega 2560 ist allerdings eine ausnahme: Während für andere Arduinos hier einfach auf den FTDI-Treiberordner verwiesen wird, reicht beim Mega 2560 eine normale INF-Datei. Daher zeige ich optional, wie ein Treiber manuell gewählt wird. Dazu wird die zweite Option, „Aus einer Liste von Gerätetreibern auf dem Computer auswählen“ gewählt.

Warnung vor unsigniertem Treiber

Warnung vor nicht signiertem Treiber: Die Arduino-Treiber haben keine Signierung und lösen daher eine Sicherheitswarnung aus.

Nun wird eine Liste von Hardwaretypen gezeigt, woraus Anschlüsse (COM & LPT) gewählt wird. Danach wählt man die Entsprechende .inf Datei über den Button Datenträger… aus, im Dialog wird dann der Pfad zur Datei angegeben, in diesem Fall die arduino_ide/drivers/Arduino Mega 2560 Rev3.inf. Bei der Installation des Treibers erscheint eine Warnung, da der Treiber nicht digital signiert ist – den Treiber installieren wir Trotzdem. Damit ist die Installation des Treibers abgeschlossen.
Nun kann die IDE gestartet werden. Als erstes sollte das richtige Board und der entsprechende Port gewählt werden. Diese Einstellungen sind unter Tools->Board bzw. Port zu treffen.

Erster Sketch

Nun kann der erste Sketch geschrieben werden. Hierfür sind keinerlei Programmierkenntnisse nötig, mit der IDE kommen einige Beispiele. Wir wollen als „Hello World“ eine LED zum blinken bringen – das geht auch, wenn man keine keine LED + Vorwiderstand zur Hand hat:
Wir wählen Datei -> Beispiele -> 01.Basics -> Blink
Ein neues Fenster mit dem Beispielcode öffnet sich. Der Code ist bereits gut durch die Kommentare erklärt:

/*
  Blink
  Turns on an LED on for one second, then off for one second, repeatedly.

  This example code is in the public domain.
 */

// Pin 13 has an LED connected on most Arduino boards.
// give it a name:
int led = 13;

// the setup routine runs once when you press reset:
void setup() {
  // initialize the digital pin as an output.
  pinMode(led, OUTPUT);
}

// the loop routine runs over and over again forever:
void loop() {
  digitalWrite(led, HIGH);   // turn the LED on (HIGH is the voltage level)
  delay(1000);               // wait for a second
  digitalWrite(led, LOW);    // turn the LED off by making the voltage LOW
  delay(1000);               // wait for a second
}

Durch einen Klick auf den Haken oben links wird der Sketch Kompiliert (hier „überprüfen“ genannt). Mit einem Klick auf den Pfeil rechts daneben wird der kompilierte Sketch auf den Arduino geladen, welcher den Sketch endlos ausführt.
Eine externe LED ist nicht nötig, da die meisten Arduino-Boards bereits eine integrierte LED haben, welche durch den Pin 13 ansprechbar ist, die „L-LED„. Diese fängt nun an zu blinken.

Blinkende LED am Arduino

Hier ist eine LED an Pin 13 angeschlossen. gelbe LED links auf dem Arduino-Board blinkt ebenfalls

Um die Geschwindigkeit, mit der die LED blinkt, zu erhöhen, können die delays im Sketch verringert werden:

  digitalWrite(led, HIGH);   // turn the LED on (HIGH is the voltage level)
  delay(500);               // wait for half a second
  digitalWrite(led, LOW);    // turn the LED off by making the voltage LOW
  delay(500);               // wait for half a second

So einfach bringt man mit dem Arduino eine LED zum Blinken.


MfG
Damon Dransfeld

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6 Kommentare

  1. Lothar
    Erstellt am 10. Oktober 2013 um 11:08 | Permalink zum Kommentar

    Hallo Damon Dransfeld,

    mein Name ist Lothar, ich bin auf diese Seite gestoßen, weil ich einen Sketch mit einem Arduino UNO in einen ATtiny 45 brennen möchte. Diese Seite finde ich Super aufgebaut, vorallem die Schritt für Schritt Anweisung.
    Nach diesen Angaben habe ich mein Arduino eingerichtet. Ein Sketch läuft auf dem Arduino.
    Nun benötige ich eine genaue Schritt für Schrittanleitung wie man einen Sketch in den ATtiny über trägt.
    Einige Ansätze findet man im Netz, aber es fehlt doch der Eine oder Andere zwischen Schritt.
    Es fehlt die Anreihung.. Sketch laden, ISP aufrufen , Booloaden , Kompelieren Uploden.

    Könntest du mir mal so eine nachvollziehbare Reihenfolge , evtl. per Bildschirmfoto über mitteln oder hier
    so wie diese Seite ins Netz stellen.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    MfG Lothar

    • Erstellt am 10. Oktober 2013 um 17:03 | Permalink zum Kommentar

      Hi Lothar,

      Ich habe schon etwas länger vor, den Arduino als ISP zum programmieren von Mikrocontrollern benutzen, und dazu auch Tutorials schreiben. Nur leider Fehlt mir grad etwas das Geld (bin diesen Monat nach Bochum gezogen)…

      Nur zum Verständnis: Du willst den Arduino als ISP benutzen um den ATtiny45 zu brennen, mit Arduino-Bootloader (also damit auch Arduino-Sketches ausgeführt werden können)?

      EIn kleines bisschen habe ich schon darüber nachgeforscht, kann sein dass dafür ein paar zusätzliche Komponenten nötig sind. Beim UNO sollte es aber auch gehen, wenn ein PIN-Kompatibler µC in den Slot gesteckt wird. Ich will aber nicht wild herumraten, hoffentlich nächsten Monat sollte ich etwas Geld übrig haben damit ich mir ein paar Mikrocontroller und Komponenten kaufen kann. Ich plane auch einen Shield für den Arduino nachzubauen, womit der Arduino bequem als AVR-ISP benutzt werden kann.

      MfG
      Damon Dransfeld

      • Lothar
        Erstellt am 11. Oktober 2013 um 00:04 | Permalink zum Kommentar

        Hallo Damon,

        danke für die Antwort,
        Ich hab emir heute ein Schild für den Arduino erstellt. Ich greife die Arduino Pins GND, 13,11,12, 10,9,8 ab auf der anderen Seite Reset ,5 Volt Gnd . In der Mitte der Platte hab eich einen IC -Sockel aufgelötet wo ich den ATTiny einstecken kann zum Brennen.
        Kann leider keine Fotos anhängen
        Die ATtiny 45 habe ich mir bei Keseler elektronic GmgH für 1€ plus 0,95 € Porto bestellt.

        MfG
        Lothar

        • Erstellt am 23. November 2013 um 15:43 | Permalink zum Kommentar

          Sorry für die späte Antwort…

          Ich hatte heute mal wieder etwas zu viel Zeit und habe selbst ein Board dafür entworfen. Das macht genau das selbe, nur mit einem 2×3 Pin-Header für ICSP-Kabel (und einem 10µF-Kondensator zwischen Reset und GND und 3 LEDs sind drauf).

          Nächsten Monat sollte ich wieder Geld zur Verfügung haben damit ich mir Equipment zum PCB Ätzen kaufen kann, dann kann das Board getestet und Verbessert werden. Es soll möglichst einfach zuhause hergestellt werden können, eventuell kann ich auch einige Exemplare zum Verkauf herstellen. Sobald es etwas handfestes gibt, werde ich es hier auf dem Blog dokumentieren.

          MfG
          Damon

  2. Uwe Knoch
    Erstellt am 19. Januar 2015 um 17:24 | Permalink zum Kommentar

    Hallo Damon,

    was ist denn bei diesem Projekt `rausgekommen?

    CYL Uwe

    • Erstellt am 1. April 2015 um 19:06 | Permalink zum Kommentar

      Hey, Ich denke mal Du meinst das PCB-Ätzen?
      Bis jetzt habe ich 3 Ätzversuche hinter mir, aber die Belichtungszeit, Säurekonzentration und Entwicklerkonzentration sind noch nicht optimal, weshalb ich nur grobe strukturen ätzen kann.
      Außerdem ist das immer ein ziemlicher Aufwand, da gefährliche Chemikalien mit im Spiel sind. Macht mir zwar Spaß, aber ich warte noch bis zum Sommer, damit ich das ganze draußen machen kann.

Achtung: Wordpress interpretiert bestimmte Zeichenfolgen als Markup und verändert diese. Nutzt für Programmcode lieber Gist oder PasteBin-Services und verlinkt die Code-Schnipsel.

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