Raspberry Pi: Die erste Einrichtung

Nachdem ich mich im vorherigen Artikel ausführlich über den Raspberry Pi und dessen Ausstattung ausgelassen habe, ist es nun Zeit, endlich mal die erste Anleitung zu veröffentlichen. Die erste ist zugleich auch die so ziemlich grundlegendste der ganzen Reihe, da diese sich mit einem elementaren Thema befasst…

Wenn der Rasperry Pi endlich angekommen ist (und man das relativ unspektakuläre auspacken hinter sich hat…) beginnt der eigentliche Teil der Arbeit… das gute Teil muss mit einem Betriebssystem bestückt werden. Dieser Vorgang unterteielt sich eigentlich in 2 Schritte. Schritt 1 mag dabei als etwas… unnötig angesehen werden, ist jedoch aufgrund der Chipsatzlimitationen unbedingt (!) zu beachten!

Schritt 1: Die richtige SD Karte auswählen

Um Kosten zu sparen, befindet sich der komplette Bootcode, nicht wie beim großen Bruder des Pi, dem PC, im BIOS, sondern ist hier in der GPU verankert. Dadurch ist dieser relativ undynamisch und deshalb kann man das Betriebssystem momentan nur von der SD Karte booten. Wer sich denkt „okay, hau ich einfach meine alte SD Karte aus der Kamera da rein…“ kann beim ersten Einschalten allerdings eine weniger schöne Überraschung erleben. Der RasPi frisst bei weitem nicht alle Karten, was durchaus auch zu einigen frustrierenden Momenten führen kann. Daher gilt: Vor dem Kauf informieren!

Eine Faustregel ist: Kompatibel sind so ziemlich alle SD Karten mit 4GB und Klasse 4, unabhängig vom Hersteller (Außnahmen bestätigen hier allerdings auch wieder die Regel). Wem diese Aussage zu wage ist, oder wer lieber eine etwas größere Karte verwenden möchte, allerdings keinen Fehlkauf riskieren will, kann im RasPi Wiki eine Liste mit allen bisher als kompatibel/inkompatibel bekannten Karten einsehen. Über diesen Link gelangt man direkt zur Liste und kann anhand dessen seine neue SD Karte aussuchen. Hat man nun die richtige Karte vor sich liegen, geht es weiter mit…

Schritt 2: Das Betriebssystem installieren

Die übliche von Windows bekannte Prozedur, also DVD/USB-Stick rein, paar mal auf Weiter drücken und warten, funktioniert bei dem Raspberry Pi NICHT. Hier muss man ein vorkompiliertes Linux-Image mithilfe eines PCs auf die SD Karte schreiben. Ein entsprechend modifiziertes Image bekommt man auf der Download-Seite von Raspberry Pi. Hat man das Image heruntergeladen und entpackt (bei Debian Squeeze ist das Archiv um die 400MB groß, das entpackte Image knapp 1,9GB!), muss man es noch irgendwie auf die SD Karte bekommen. Hier ein Wort der Warnung: Ein simples Kopieren durch Drag-and-Drop reicht hier NICHT aus!

Im folgenden wird die Prozedur unter Windows beschrieben, Nutzer von Linux und Mac werden auf der Downloadseite auf entsprechende Anleitungen stoßen. Als erstes benötigen wir das Tool Win32Diskmanager. Dies kann man sich unter dem Link einfach herunterladen, dann installiert man es und kann es direkt benutzen. Die GUI ist denkbar simpel gestaltet. Oben wählt man sein Linux-Image aus, direkt daneben den Laufwerksbuchstaben, unter dem Windows die SD Karte Das Tool Win32 Disk Image bei der Arbeit.bereitstellt. Sind alle Einstellungen getroffen, genügt ein Klick auf „Write“ und das Tool verrichtet seinen Dienst. Kurze Zeit später befindet sich das komplette Image inkl. Bootsector etc. auf der SD Karte und kann einfach in den RasPi eingesetzt werden. ACHTUNG: Man sollte unbedingt darauf achten, dass man den richtigen Laufwerksbuchstaben auswählt! Das Tool löscht beim schreiben ALLE Daten von der SD Karte (oder, falls man den falschen Buchstaben gewählt hat von der externen Festplatte… das muss ja nicht sein…).

Hat man die SD Karte fertig bespielt, kann man diese in den RasPi einstecken, das Stromkabel anschließen und seine ersten Experimente beginnen! Das Debian Image verlangt beim Booten ein einloggen. Wer sich hier wundert, welche Daten von einem verlangt werden: Die Login Daten findet ihr auf der Download Seite! Ich werde sie hier nicht schreiben, da sie sich von Release zu Release verändern können und der Artikel dann falsche Daten verbreiten würde ;) Nach dem Login kann man dann seinen RasPi an die Grenzen treiben!

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6 Kommentare

  1. DRK
    Erstellt am 3. Juli 2012 um 20:51 | Permalink zum Kommentar

    Hallöchen!
    Finde deinen Blog sehr Interessant!
    Habe auch einen RasPi bestellt (warte aber noch drauf, arrrgh)!
    Wusste bisher gar nicht, das es derartige Probleme gibt!
    Welche SD benutzt du denn??
    Mit der Stromversorgung scheint es ja auch Probleme zu geben, vielleicht schreibst du dazu auch mal einen Artikel!

    grüße
    DRK

    • Alucard2050
      Erstellt am 3. Juli 2012 um 22:32 | Permalink zum Kommentar

      Hallo, und erstmal vielen Dank für die Rückmeldung!

      Ich benutze momentan eine SanDisk 4GB Class 2 SD Karte, und habe für meinen zweiten Pi jetzt eine Transcend 16GB Class 10 Karte, beide funtkionieren ohne Probleme.
      Auf die Problematik mit der Stromversorgung bin ich im Artikel „Der Raspberry Pi: eine Platine begeistert die Technikwelt“ bereits oberflächlich eingegangen, aber ich kann dann doch gerne noch einmal einen separaten Artikel dazu veröffentlichen!

      Mit freundlichen Grüßen
      Alucard2050

    • Erstellt am 3. Juli 2012 um 22:35 | Permalink zum Kommentar

      Hey DRK, danke für den Kommentar :)
      Welche Strom-Probleme meinst du denn? So wie ich das von Sebastian mitbekommen habe, kann man einfach sein Handy-Ladegerät nehmen, inzwischen sollten ja alle Handys einen MicroUSB Anschluss haben.

      Und ja, ich hätte auch gern einen Raspberry Pi, aber mir fehlt das nötige Geld (und die Geduld) :P
      MfG
      Damon

  2. DRK
    Erstellt am 3. Juli 2012 um 22:52 | Permalink zum Kommentar

    Mit Stromprobleme meine ich, das nicht jedes Netzteil genug Leistung bringt und der RasPi dadurch nicht stabil läuft.
    Siehe auch hier:
    http://elinux.org/RPi_VerifiedPeripherals#Power_adapters

    • Alucard2050
      Erstellt am 3. Juli 2012 um 22:56 | Permalink zum Kommentar

      Auf den Netzteilen steht immer die Ausgabeleistung drauf. Der RasPi braucht 750mA bei 5V um Einwandfrei zu funktionieren. So gut wie ALLE Handyladegeräte liefern diesen Strom.

      In der Liste stehen nur Netzteile, bei denen es bekannt ist, dass sie genug liefern. Wenn ein Gerät nicht in der Liste steht, bedeutet dies aber nicht, dass es nicht funktioniert. Einfach mal einen Blick auf das Netzteil werfen, das schafft meistens schon abhilfe.

      Ich betreibe meinen einen RasPi mit dem Netzteil des Samsung Galaxy S2, das andere mit dem Netzteil des Vodafone V247 (oder wie auch immer der Name ist…), beide funktionieren selbst unter Volllast ohne Probleme.

    • Erstellt am 3. Juli 2012 um 23:02 | Permalink zum Kommentar

      Achso, ja wenn man kein passendes Netzteil hat, muss man sich nochmal extra eins kaufen, das ist schon „unvorteilhaft“.
      Aber ich denke mal, das wird den Preis des Pi noch um einiges gedrückt haben.
      Schulen die sich …50 Pi’s anschaffen, kriegen bei den Netzteilen dann vielleicht auch noch Mengenrabatt.
      MfG
      Damon

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