ADG Tag 3 – Die Anatomie eines Java Projekts

Es ist essentiell zu wissen, wie ein Java Projekt aufgebaut ist. Daher beschäftigen wir uns heute damit, wie man in Eclipse ein neues Java Projekt richtig anlegt. Hierzu öffnen wir zunächst Eclipse…

Ein neues Projekt anlegen

Neues Java Projekt 

Man wählt entweder in der Tool-Leiste oben, oder im Kontextmenü des Package Explorers den Eintrag New->Java Project. Es erscheint der Projekt-Wizard. Hier wird alles grundlegende über das Projekt eingestellt:

  • Project name: Ein beliebiger Name für das Projekt
  • Location: Speicherort für den Projektordner
  • JRE: Die Zielversion des Java Frameworks
  • Project Layout: Struktur des Projekts einstellen
  • Working sets: Projekt zu einem Working set hinzufügen

Eclipse Projekt Wizard

Normalerweise muss nur der Name eingegeben werden, der Rest sollte bereits richtig konfiguriert sein. Wichtig ist nur, dass man das korrekte JRE wählt: Sind mehrere JREs installiert, muss man diese unter
Window->Preferences->Java->Installed JREs
hinzufügen, damit Eclipse das korrekte JRE zur Verfügung hat.
Im folgenden Fenster kann man weitere Details einstellen, etwa andere Libraries einbinden. Auf jeden Fall muss eine Java System-Library zugewiesen sein, sonst läuft nichts.
Mit einem Klick auf Finish wird der Wizard beendet.

Packages und Klassen

Struktur eines Android Projekts

Im Package Explorer wird das neue Projekt angezeigt. In ihm befinden sich ein Ordner (src) und die eingebundenen Libraries. Der Ordner src ist kein normaler Ordner, er ist ein Source-Folder. In ihm werden Packages angelegt. Man kann auch andere Source-Folder erstellen und dort Packages hinzufügen.
Die Packages gruppieren Klassen. Ein Chat-Programm könnte mehrere Packages enthalten, wobei eines die Klassen für das User-Interface bereit stellt, ein anderes Package stellt Netzwerk-Klassen bereit, etc…
In den Packages sind Klassen enthalten.
Die Klassen beinhalten – wie bereits erwähnt – Funktionen und Felder. Im Netzwerk-Package könnte so eine Klasse sein, die Nachrichten empfängt, eine andere, welche Nachrichten abschickt, eine weitere Klasse, welche den Login tätigt (…)

Der Package-Wizard in Eclipse

Wir legen also im Source-Ordner src ein neues Package an. Es öffnet sich wieder ein Einstellungsfenster. Hier wird nur der Source-Folder angegeben, in dem das Package erstellt wird sowie der Name. Beim Namen sollte man darauf achten, dass er mit einem kleinen Buchstaben beginnt (Eclipse gibt entsprechende Hinweise in den Einstellungen, falls etwas zu Konflikten führen könnte).

Im neuen Package wird nun eine Klasse hinzugefügt, welche unseren Programmcode beinhalten wird. Das Einstellungsfenster ist schon etwas größer:

Optionen für eine Klasse
  • Source Folder: Ein Source-Folder (Package-Ordner)
  • Package: Das Package in dem die Klasse eingefügt wird
  • Name: Name für die Klasse
  • Modifiers: Zugriffsmodifizirer der Klasse
  • Superclass: Eine übergeordnete Klasse
  • Optional: main-Methode einfügen, Konstruktoren der Superklasse, geerbte abstrakte Methoden

Der Source-Folder muss entsprechend für das Package gewählt werden, in dem die Klasse eingefügt werden soll. Geht man über das Kontextmenü eines Source-Folders, ist dieser bereits eingefügt.
Der Name kann beliebig gewählt werden, normalerweise beginnen Klassen mit Großbuchstaben.
Es folgen die Zugriffsmodifizierer und Besonderheiten der Klasse (abstrakt, final, statisch).
Man sollte für jede Klasse eine übergeordnete Klasse angeben, standardmäßig ist dies java.lang.Object. Eine Superklasse ist nicht zwingend, aber sinnvoll.
Wir fügen außerdem die main Methode automatisch ein (den Einstiegspunkt für unser Programm) und erben eventuell abstrakte Methoden der Elternklasse(n).

In src/helloWorld befindet sich nun die Klasse HelloWorld, Eclipse generiert anhand der Einstellungen automatisch das Grundgerüst der Klasse. Die Klasse wird als Datei gespeichert, sie besitzt die Dateiendung .java
Dies sind die wichtigsten Elemente eines Java Projekts. Die Java System-Library, einen Source-Folder mit Package und einer Klasse mit main Methode. Ist dies alles vorhanden, kann man anfangen zu Programmieren.

Automatisch erzeugter Programmcode

Anmerkung: Die hier gewählten Namen für Projekt, Package und Klasse sind nicht optimal – es kann leicht zu Verwirrungen kommen. Allerdings lässt sich so gut zeigen, wie wichtig Konventionen bei der Namensgebung sind.

Im nächsten Artikel werden wir uns abstrakte Klassen und Vererbung ansehen.

Bis dahin, fleißig lernen.
MfG
Damon

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Android
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