Netflix unter Linux und Windows ohne Pipelight / Silverlight

Netflix ist seit Gestern auch in Deutschland verfügbar. Allerdings können Inhalte offiziell nur über Windows/OS X/ChromeOS angesehen werden. Grund dafür: DRM. Netflix hat bisher einen DRM-Schutz verwendet, der Microsoft’s Silverlight voraussetzt.

Netflix Silverlight Plugin Installation

Netflix benötigt das Silverlight Plugin um die DRM-Geschützten Videos wiederzugeben.

Doch seit einiger Zeit kann man Netflix auch ohne Silverlight nutzen. Dazu werden die HTML5 Media Extensions benötigt, die das DRM bereitstellen. In neuen Versionen von Google Chrome ist dies möglich – mit einem bestimmten UserAgent String.

Der HTML5-Player funktioniert auch unter Windows mit Google Chrome stable (37.0.2062.120) + UA-Switcher. Noch einfacher ist unter Windows die Verwendung der Chrome Beta. Weitere Infos weiter unten!

Linux: Chrome beta installieren

Als erstes sollte die Chrome Beta Version installiert werden. Zum Zeitpunkt ist 38.0.2125.58-1 die aktuellste Version im beta repository. Die .deb Datei kann auf google.de heruntergeladen werden. Nach dem Herunterladen kann die Datei auf den meisten Distributionen durch einen Doppelklick installiert werden. Das Paket kann auch manuell über die Kommandozeile installiert werden, was ich empfehle, da wir eh ein terminal brauchen werden.

sudo dpkg -i ~/Downloads/google-chrome-beta_current_amd64.deb

(Das Architektur-Suffix “_amd64.deb” muss in “_i386.deb” geändert werden, wenn die 32-Bit Version von Chrome heruntergeladen wurde)

Linux: libnss aktualisieren

Um Videos auf Netflix gucken zu können muss noch die nss-library auf dem System aktualisiert werden. Ansonsten gibt es bei Netflix Fehlercode M7063-1913 bzw. M7063-1013. Aktuelle .deb-Pakete bietet das Ubuntu Archiv. Am einfachsten ist es sich die Pakete herunterzuladen und manuell zu installieren um dependency-Probleme zu umgehen. Der folgende Einzeiler lädt die benötigten Dateien herunter:

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Raspberry Pi NoIR Camera Module

Schon seit einiger Zeit gibt es spezielle Kamera-Module fuer den beliebten Kreditkartenrechner (Raspberry Pi). Ich habe nun auch ein solches Modul, genau gesagt die NoIR-Variante – Dieses Modul hat keinen Infrarot-Filter vor der Linse (oder intern in einem DSP). Somit kann man ebenfalls IR-Strahlung, die für das menschliche Auge normalerweise unsichtbar ist, erfassen.

Technische Daten

Raspberry Pi mit Kameramodul

Das NoIR Kameramodul am Raspberry Pi angeschlossen


Das Board hat einen Sensor mit 2592 x 1944 Pixeln Aufloesung (5MP). Angeschlossen wird es ueber ein Flat-Flex Kabel. Auf dem RasPi findet sich der passende Anschluss (genannt CSI) zwischen HDMI- und Ethernet-buchse.
Eine ausfuehrliche Dokumentation der technischen Daten, zur Installation und Nutzung gibt es direkt bei RaspberryPi.org

Erste Nutzung

Zum Lieferumfang gehört das Kamera-Board inklusive Anschlusskabel. Alles was man tun muss ist das Kabel richtig herum in den Sockel zu stecken und durch raspi-config (in Raspbian) das Modul aktivieren.

Danach kann man einfach ein Terminal öffnen und die Programme raspistill oder raspivid nutzen. Beispiel:

raspistill -t 0 -f -w 1920 -h 1080

Hierdurch wird das Kamerabild in 1080p live und fullscreen auf den Bildschirm gezaubert. Wie ich feststellen konnte macht es auch nicht technik-affinen Menschen Spaß mit dem Raspi+Kamera herumzuspielen, besonders wenn man das ganze einfach an den Fernseher anschließt.

Eine Übersicht aller möglichen Paramter mit denen raspistill oder raspivid aufgerufen werden kann erhält man mit dem Befehl

raspistill --help

Das obskure raspistill 2>&1 | less der offiziellen Dokumentation gibt das selbe aus.

Bildqualität & Alltagsnutzung

Um ehrlich zu sein: Nicht überragend. Zumindest im “Auto”-Modus. Auch wenn FullHD-Videos und hochauflösende Bilder aufgenommen werden können, ist oft ein starkes Rauschen in den Bildern zu sehen.

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TacticalCode News Juni 2014

Es geht schon wieder los! Ab heute kommen wieder regelmäßig Blogartikel. Hier schonmal vorab einige Themen auf die Ihr euch freuen könnt:

  • DIY PCB – Platinen selbst ätzen
  • AVR Mikrocontroller – Einstieg in MCU-Programmierung
  • ARM/Cortex – Erweiterte Anwendungen
  • Hardware – Eigene Produkte entwickeln
Tactical Code Logo

TacticalCode Logo – News

Und natürlich einiges mehr (rants, off-topic und wissenswertes).

Los geht es mit einer Einleitung zum Ätzen von Platinen. Die Serie könnte etwas länger werden, da ich selbst gerade erst angefangen habe einige Testmuster zu ätzen und den Prozess noch optimiere.

Spielzeug von Farnell wird hoffentlich bald eintreffen: Das Raspberry Pi NoIR Camera Board für meinen RasPi und ein STM32F429I-DISCO Board sollten bald ankommen, worauf ich mich besonders freue. Durch das STM32F429I-DISCO will ich etwas mehr über komplexere Embedded-Lösungen erfahren (als nur blinkende LEDs). Das soll mich (uns) dem letzen Punkt der Themenliste näher bringen: Eigene Produkte entwickeln.

Mein Ziel ist es nächstes Jahr ein Labornetzteil selbst zu entwickeln. Netzteile zur Strom/Spannungsversorgung sind beliebte Einsteigerprojekte für Elektroniker. Ich will das ganze allerdings so weit treiben, dass am Ende ein Produkt herauskommt, das in der Fertigung(squalität) und Bedienung einem Consumer-Grade Produkt entspricht.

Zum Schluss wie immer einiges persönliches: Ich habe darüber nachgedacht den Blog umzubenennen. Wie man sehen mag, liegt der Fokus nicht mehr wirklich beim Programmieren. Als ich die Domain damals gekauft habe, wollte ich einen Blog übers C# Programmieren machen. Doch inzwischen glaube ich, es gibt bessere Namen als “TacticalCode” für diesen Blog (auch wenn mir keine einfallen)… Was haltet ihr davon?

MfG
Damon Dransfeld

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Unitymedia: IPv4 Chaos mit DSLite – Review

Heute will ich euch von meinem Leidensweg mit dem Unitymedia 2Play Telefon- und Internetanschluss berichten.

Alles fing mit einer Recherche im September 2013 an. Da ich für mein Studium nach Bochum umziehen musste, habe ich mich schlau gemacht welche Internetanbieter vorhanden sind, und viel wichtiger: welcher Anbieter liefert die höchste Bandbreite.

Schnell war klar: Unitymedia bietet das beste Geschwindigkeit/Preis-Verhältnis. Die Umstellung von 16MBit/s Dorfinternet auf 150MBit/s war schnell besiegelt. Ich habe den 2play PREMIUM 150 Tarif bei Unitymedia in Order gegeben.

Nach dem Umzug: Anschluss und Hardware

Unitymedia 150MBit/s Speedtest

Die erste Messung bestätigt: 150MBit/s Downstream. SUPER!

Unitymedia garantiert (sofern ich mich recht erinnere), dass der Anschluss spätestens 14 Tage nach Vertragsabschluss nutzbar ist. Und in der Tat: In der WG in Bochum gab es Internet noch vor Warmwasser und Heizung(!).

Unser Hausmeister hat die TK-Anlage vorbereitet (Mehrfamilienhaus), der Unitymedia-Techniker kam nur noch zum Durchmessen, Nachjustieren und anschließen der Hardware.

Da ich vergessen habe die „Telefon Komfort Option“ für 5€/Monat mitzubestellen gab es leider keine FritzBox, sondern ein Technicolor TC7200 – immerhin gratis gestellt.

Nachdem die LEDs am Router aufgehört haben zu blinken („Autoconfig“ und Leitungsmessung), war die erste Seite die aufgerufen wurde natürlich ein Speedtest: Die versprochenen 150MBit/s kommen komplett bei uns an! Freudentänze inklusive. Auch wenn online zu lesen ist, dass die Bandbreite zu Stoßzeiten fällt: Hier gibt es keine Probleme, es kommen immer 150MBit/s an.

Böses Erwachen

Zunächst lief alles glatt. WLAN, Verbindung, Bandbreite. Doch schon am zweiten Tag: Verbindungsabbrüche! Alle ~15 Minuten ist die Verbindung über IPv4 komplett unnutzbar gewesen. Diese Verbindungsabbrüche dauerten zwischen 30 sekunden und 5 Minuten (im Mittel geschätzt 1,5 Minuten). Nach kurzer Recherche stellten wir fest: Das Problem liegt bei Unitymedia und ist bestens bekannt:

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Teardown: Nintendo GameBoy (DMG-01)

Nachdem ich seine Existenz lange Zeit vergessen hatte, fiel mir vor einiger Zeit mein alter GameBoy wieder in die Hände. Schon immer hatte ich den Wunsch, mir die Technik des alten GameBoys mal genauer anzusehen, und so zückte ich promt einige Schraubendreher und nahm das gute Stück auseinander.

Alle hierzu entstandenen Bilder gibt es am Ende des Artikels, im Artikeltext selbst sind nur einige wenige eingebunden.

Der GameBoy

Als erstes schauen wir uns einmal den GameBoy und seine Eckdaten an. Der GameBoy trägt die Modellbezeichnung DMG-01 (Dot-Matrix-Game), dieser Name bezieht sich auf das Display welches eben in dieser Bauweise verbaut ist. Im weiteren Artikel werde ich den GameBoy nurnoch mit DMG bezeichnen.

Auf der Vorderseite befindet sich das 2,6″ große Dot-Matrix-LC-Display mit einer Auflösung von 160×144 Pixeln, welches 4 Graustufen darstellen kann. Neben dem Display befindet sich eine rote Power-Indicator LED welche anzeigt, ob der DMG angeschaltet ist oder nicht (und bei schwächer werdender Batterie dunkler wurde… ein gefährliches Zeichen für jeden Spieler, dies war nämlich die einzige und – oftmals sehr kurzfristige – Warnung, dass die Batterien den Geist aufgaben…).

Die Vorderseite des DMG.

Die Vorderseite des DMG.

Unter dem Display findet man die Tasten. Hier wurden ein digitales Steuerkreuz in Schwarz so wie 2 Eingabetasten (A und B) in pink verbaut. Die selbe Farbwahl fand sich (zum Teil) auch auf den Controllern der US-Variante des Super NES / Super Famicom wieder. Dies war aber nur in Nordamerika der Fall, die japanischen und europäischen Konsolen kamen mit Controllern, auf welchen alle 4 Aktionstasten verschiedene Farben hatten. Zuletzt verfügt der DMG über 2 pure Rubber-Tasten, Start und Select.

Am unteren rechten Rand befinden sich 6 Schlitze, welche den Ton des Mono-Lautsprechers vom inneren des Gehäuses nach außen lassen.

Auf der Rückseite des DMG befindet sich oben-mittig der Einschub für das GameBoy Modul, von Nintendo offiziell “Game Pak” getauft. Der kleine Schlitz an der oberen rechten Seite des Einschubes war ein Element des An-Aus-Schalters des DMG, der kleine Plastikarm welcher beim Anschalten des DMG herausragte sollte das Game Pak arretieren bzw. dem Benutzer wenigstens zu erkennen geben, dass der DMG noch angeschaltet ist, wenn er versucht, im Betrieb das Spiel zu entfernen.

Unter dem Einschub befindet sich die Seriennummer des DMG, darunter widerum einige Informationen zum Gerät, wie die Modellnummer, der Hersteller samt Herstellungsland und -jahr, die angabe des benötigten Stroms, sowie ein Patenthinweise und ein TÜV-Siegel.

Als letztes befindet sich auf der Rückseite noch das Batteriefach. Der DMG benötigte 4 AA-Mignon Batterien, sprich eine Spannung von 6V. Wie bei vielen Geräten aus dieser Zeit fehlt mir unglücklicherweise der Batteriedeckel… eine Krankheit dieser Geräte.

An sonsten befinden sich nur noch die 6 Schrauben auf der Rückseite, welche das Gerät geschlossen halten. Und genau diesen geht es jetzt an den Kragen.

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